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Erfahrungsbericht Highschool USA
 

Katrin Kemter berichtet über ihr Highschooljahr in den USA



„I pledge allegiance to the flag of the United States of America and for the republic for which it stands, one nation under God indivisible with liberty and justice for all“. So fing bei mir an der Harrah High School in Harrah, Oklahoma jeder Schulmorgen an.
Harrah ist ein Vorort von Oklahoma City- ein Vorort für amerikanische Begriffe, denn Harrah liegt gut 45 Minuten von Bricktown, Oklahoma Citys kleinem aber feinem Stadtzentrum, entfernt.
Es ist auch kein typischer Vorort mit Reihenhäusern a la „American Beauty“, der Ort geht schon etwas ins ländliche hinein.
Meine Gasteltern Earnest und Rosemary Lewis, beide damals 51, leben 7 Autominuten (also rund 1 ½ Stunden Fußmarsch) vom Stadtkern entfernt in einem für die Gegend typischen Haus. In Oklahoma geht fast kein Gebäude über Erdgeschossniveau hinaus, unter anderem wegen der ständigen Tornadogefahr.
Auf den das Haus umgebenden rund 6 Hektaren haben sie 4 Pferde und zirka 80 verrostete Autos.
Mit meinen Gasteltern habe ich mich die ganze Zeit super verstanden, ich habe immer noch Kontakt zu ihnen und letztes Jahr waren sie für 1 Woche hier.
Ich kam am 12. August 2005 auf dem Will Rogers World Airport in OKC an und das Erste was mir auffiel als ich aus dem Flugzeug stieg war der heiße, seltsam trockene Wind, der sich genauso anfühlt, wie man es sich bei Westernfilmen immer vorstellt.
Der 12. August war gleichzeitig der erste Schultag, für mich fing die Schule ein Wochenende später, am zweiten offiziellen Schultag an. 

Obwohl ich in Deutschland immer sehr gut in Englisch gewesen war verstand ich die ersten 2 Wochen nicht wirklich allzu viel, denn das amerikanische Englisch ist für Schüler erst mal sehr ungewohnt, später hatte ich dann mehr Probleme das überspitzte, britische Englisch zu verstehen.
Meine Gasteltern hatten vor mir innerhalb der letzten 10 Jahre bereits 5 Gastkinder aus Asien und Europa gehabt und konnten dementsprechend gut auf mich eingehen und mir vieles erklären.
Am ersten Schultag also ging es erst mal um die Fächerwahl. Obwohl ich im Alter der meisten Seniors, also der Schüler der 12. Jahrgangsstufe war, wurde ich zu den Juniors, den Elftklässlern, eingeordnet, weil ich ja auch in Deutschland in der 11. Klasse gewesen wäre.
In Harrah High haben sie das A/B- Stundenplansystem, das heißt dass jeder Montag, Mittwoch und jeder 2. Freitag ein A-Tag ist, an dem man also die gleichen 4 Fächer hat und jeder Dienstag, Donnerstag und jeder zweite Freitag wiederum ist ein B- Tag. 
An A- Tagen hatte ich Algebra III, die höchste Algebramathestufe (In Harrah unterscheiden sie zwischen Geometry, Algebra und Trigonometry) die für mich gut machbar war, obwohl ich nicht wirklich eine mathematische Leuchte bin, danach Biology II, welches kein Pflichtfach ist und dann hatte ich English II, also den regulären Englischunterricht den jeder Junior nehmen muss. In diesem Fach habe ich 3 mal Madagaskar gesehen und auch sonst keinen wirklichen Unterricht gehabt, aber dazu später mehr.
An B- Tagen hatte ich erst American History, ein Fach, das für jeden Austauschschüler in Harrah Pflicht ist, danach hatte ich Chemistry, wobei die in Harrah auch nur einen Chemiekurs haben der auf dem Niveau einer neunten Klasse etwa ist. Als drittes Fach hatte ich Speech, hier lernt man Reden zu halten. Dies war ein sehr lustiges und zwangloses Fach, auch wenn man nicht wirklich großartig Rhetorik lernte sondern es eher darum ging erstmal seine Angst abzulegen vor einer Gruppe zu sprechen.
An beiden Tagen hatte ich als letztes Fach Sport. Da ich zunächst Fußball spielen wollte, welches erst im Frühling Saison hat, war ich die ersten paar Monate im Off- seasonunterricht, hier sollte man also sportlich erstmal generell in Form gebracht werden.
Durch meine Freunde habe ich dann letztendlich statt Fußball Softball (Wie Baseball nur mit größeren Bällen und kleineren Schlägern und in den High Schools und Colleges für Frauen) gespielt und war auch immer während der Saison mit bei den Spielen, auch wenn ich kaum selber spielen durfte, da ich natürlich gegen die anderen, die oft schon seit 8 Jahren Softball spielten nicht ankam. Sport wird in den USA aber auch schon an den High Schools wie Leistungssport behandelt, es wird wirklich trainiert und es werden auch echte Wettkämpfe bestritten. Man fühlt sich da sogar als „benchwarmer“ (das ist derjenige, der immer auf der Auswechselbank sitzt) als richtiger Teil vom Team und fast schon als Teilnehmer bei internationalen Wettkämpfen…
Nach 2 Schulstunden, die jeweils 90 Minuten gingen, gab es eine 45-minütige Lunchbreak und das Essen…naja es gibt wirklich Genießbareres. Generell muss man sagen, dass in Oklahoma sehr viel mexikanische Küche gegessen wird, die viel besser ist als die mexikanischen Restaurants hier, aber dafür verdient italienisches Essen dort nicht wirklich den Vergleich mit Italien….
Ich habe fast nur sehr offene und nette Amerikaner getroffen, die Jungen sowie die Älteren sind sehr interessiert an Europa und Deutschland und die Leute sind lange nicht so verbissen und biestig wie das hier oft der Fall ist.
Anders als hier hat man in der Schule viele Freunde aus unterschiedlichen Klassenstufen, da zum einen die Sportarten für die ganze High School gelten, als auch die Unterrichtsfächer selten Stufenbezogen sind. In der Harrah High School sind übrigens eine 10., eine 11. und eine 12. Klassenstufe zusammengefasst. Pro Stufe gab es etwa 150 Schüler.
Bekanntschaften sind generell meistens etwas lockerer, man wird auch als Freund bezeichnet, wenn man sich für Deutsche Verhältnisse noch kaum kennt. 
Natürlich gibt es auch an amerikanischen Schulen Gruppenbildungen, aber da es keine Klassen im eigentlichen Sinn gibt ist jeder prinzipiell anonym in der Masse der Schüler, so dass man erst auffällt wenn man beispielsweise Sport macht, Theater spielt, besonders auffällig gekleidet ist o. ä.
So werden einige Klischees aus den typischen High- School- Filmen auch wirklich bedient.
Auch wenn der Unterricht für mich sehr einfach war und ich kaum lernen musste oder Hausaufgaben gemacht habe, sind natürlich nicht alle Amerikaner blöd, wie es oft behauptet wird.
Es ist auch nur logisch, dass sie natürlich viel mehr über Amerika als über Europa lernen, das ist bei uns ja andersrum genauso. Außerdem funktioniert das Schulsystem da ja auch anders. 
Die meisten Klischees allerdings sind von der Wahrheit recht weit entfernt.
Ich könnte natürlich noch viel viel mehr berichten, das würde allerdings den geplanten Umfang dieses Artikels sprengen.

Katrin Kemter, Juni 2008