Israel


      In den USA mit Pferden arbeiten !

      Israel - ein Reisebericht über einen Kibbuzaufenthalt

      von Constanze Mittelbach

      (hier finden Sie Informationen für längere Aufenthalte in Israel


      Im Juli 1999 bewarb ich mich bei der deutschen Kibbuz Vertretung in Frankfurt, Voraussetzung war ein Schulabschluss und einige Englischkenntnisse.


      Am 1. September' 99 ging mein Flug nach Tel Aviv. Noch am Flughafen sollte mein Abenteuer beginnen. Es gibt am Frankfurter Flughafen einen extra Abschnitt für Flüge nach Israel mit der  Israelischen Fluggesellschaft El Al , dort muss man mindestens 3- 4 Stunden vor Abflug erscheinen. Alle Passagiere wurden genauestens befragt, auch vor privaten Fragen wurde kein Halt gemacht, dann wurde jedes Gepäckstück ausgepackt und  der Inhalt genauestens untersucht. Alles wegen der Sicherheit, versteht sich. Nach 5 Stunden Flug erreichten wir Tel Aviv und wurden von einer Mitarbeiterin der Jugendherberge abgeholt. Die Jugendherberge befand sich in einem Haus mit 6 Stockwerken, ganz unten war ein Restaurant, darüber waren 5 abgebrannte Stockwerke  und ganz oben war meine Übernachtungsstätte. In einem kleinen Zimmer mit 5 Doppelstockbetten, welche selbstverständlich alle belegt waren, verbrachte ich meine Nacht. Am nächsten Morgen fuhr ich mit einigen anderen deutschen Mädchen in die Hauptzentrale der Kibbuzgesellschaft in Tel Aviv, dort ertrug ich fast 6 endloserscheinende Stunden Wartezeit, als ich endlich dran kam, glaubte ich mein Sitzfleisch nicht mehr zu spüren. Man gab mir einen riesigen Katalog mit Bildern und Beschreibungen der verschiedenen Kibbuze von Israel, wo ich das Kibbuz meiner Wahl bestimmen durfte, die Sekretärin rief dann dort an fragte, ob noch Plätze verfügbar sein und meldete mich dann auch gleich an. Nun hiess es für mich den Busbahnhof aufsuchen, um den nächsten Bus zu erwischen. Ich wusste weder wie lang die Fahrt dauern sollte, noch an welcher Haltestelle ich aussteigen sollte.


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      Nach 5 Stunden Fahrt Richtung Süden hielt der Bus plötzlich mitten in der Negev Wüste an, weit und breit war außer uns keine Menschenseele zu sehen, geschweige denn ein Haus, oder ähnliches, rund herum war nur die Straße und Sand. Der Busfahrer versuchte mir mit Händen und Füßen zu erklären, daß ich in Richtung der Lichter am Horizont gehen sollte. Mir war recht mulmig zumute, da die Sonne bereits unter gegangen war und die Dunkelheit hereinbrach. Mir blieb nichts anderes übrig als mir meine Kraxe auf den Rücken zuschnallen und loszumarschieren. Es gab nur einen Feldweg, in Richtung Kibbuz, dieser war aber nicht beleuchtet, also marschierte ich einfach auf die Lichter zu. Nach 30 min Fußmarsch kam mir dann ein Auto vom Kibbuz entgegen,  das mich dann mitnahm.


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      Dort angekommen, total fertig, ausgehungert und todmüde, saß ich erst mal wieder 2 Stunden um auf ein Bett zu warten, es gab aber leider keines mehr, also stellte mir eine andere Deutsche, welche in die Nachtschicht musste, ihres zur Verfügung. Am nächsten Morgen gab es dann endlich was zu essen und vor einem Bungalow fand sich dann auch eine alte Matratze, drei Tage später schleppten ein paar Jungs ein Bettgestell aus der Wüste an. Als Kissen diente erst mal ein Handtuch und der Schlafsack war besonders wichtig, da es in den Hütten zwar eine Klimaanlage gab, die war aber nicht stufenlos einstellbar, also war es Nachts ziemlich kühl. Nach einigen Tagen gewöhnte man sich aber an das laute Rattern und dem großen Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen. Die ersten Tage arbeitete ich in der Küche, das war eine ganz neue Erfahrung für mich, für ca. 80 Personen mitzukochen. Nach einer Woche ging's dann in die sog. Factory zum Dattelsortieren am Fliesband im Dreischichtenrhythmus. Es gab pro Stunde ca. 1,- DM Lohn, dafür gab's Vollverpflegung, Übernachtung und Spaß inbegriffen.


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      Nach zwei Wochen ging's für mich dann zum ersten Mal in die Dattelfelder, Dattelpflücken oder die große Erntemaschine fahren, wobei auffällig war , das vornehmlich deutsche Mädchen die Maschine fahren durften. Von uns 5 Deutschen im Kibbuz durften auch alle 5 mit der Maschine arbeiten.


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      Immer Mittwochs und Freitags war in der Kibbuzeigenen Disco richtig was los. Wir waren insgesamt ca. 25 Volunteers aus mind. 10 verschiedenen Nationen von allen Kontinenten. Verständigungssprache war Englisch. Einmal in der Woche fuhr ich nach Elat, welches nach ca. 35 Minuten Fahrt mit dem Bus zu erreichen war. Dort gab´s alles was das Herz begehrte, einen tollen Strand, Shoppingcenter, Restaurants und Kinos. Das Wasser ist auch im November noch schön warm und die Unterwasserwelt lädt zum Schnorcheln ein.


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      Bis nach Acaba  in Jordanien ist es nur ein Katzensprung, man könnte zu Fuß gehen. Auch die Grenze von Ägypten ist nur 15 Minuten (mit dem Bus) entfernt. Das nutzte ich natürlich aus und fuhr mit einer anderen Deutschen aus dem Kibbuz, mir der ich mich angefreundet hatte nach Dahab, einer kleinen Touristenstadt im Sinai. Dort ist die Unterwasserwelt durch die warmen Strömungen noch bunter und schöner. Es ist auch preislich kein Problem für die kleine Geldbörse. Wenn man nicht so hohe Ansprüche hat, kann man umgerechnet für 2,-DM pro Nacht übernachten und die Lebensmittel sind auch nicht teuer, wenn's nicht gerade ein Tourismuslokal ist. Zurück in Israel sollte man sich natürlich auf keinen Fall das Tote Meer entgehen lassen. Ich bin ca. drei Wochen ganz alleine durch Israel getourt von Elat zum Toten Meer, weiter nach Jerusalem und nach Tel Aviv und wieder zurück. Insgesamt besuchte ich das Tote Meer 4 Mal in drei Monaten und es war immer wieder schön.


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      Eines Tages, Ende November saß ich am Busbahnhof in Elat und wartete auf den Bus zum Kibbuz, plötzlich kamen Polizei und Armee mit Spürhunden hineingestürmt, alle Personen sollten die Station sofort verlassen und hinter die aufgebaute Absperrung gehen, Bombenalarm! Zum Glück blinder Alarm, aber ich dachte nun daran, das Land schleunigst zu verlassen ich spürte es gibt Probleme im Land. Ich hatte ein Open air-ticket zurück nach Frankfurt welches ich einlöste, eine Woche später war ich wieder in Deutschland. Wie sich herausstellte, eine gute Entscheidung, denn 4 Tage nach meiner Ankunft explodierten 3 Bomben in Israel, u.a. eine in Elat, wie ich im Radio erfuhr.


      weiterführende Informationen über Freiwilligendienste (Kibbuz), Studiumsmöglichkeiten und Hebräisch lernen in Israel: