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USA - Kentucky

      Kentucky Horse Park


      Kentucky, ein Land für Pferdenarren, ein Bericht von Constanze Mittelbach


      Am 20. Februar 2000 begann mein Abenteuer am Frankfurter Flughafen.

      Mein damaliger Freund brachte mich schweren Herzens hin, dann langes Anstehen, das Gepäck aufgeben und die Fragen der Airlinemitarbeiter beantworten.Bei der Verabschiedung war uns beiden wohl klar, das war´s jetzt. Ich ahnte, dass sich in diesem Augenblick mein Leben für immer verändern würde.Ich stieg ins Flugzeug und war ganz aufgeregt und freute mich auf alles Neue, was auf mich zukommen würde. Trotzdem war mir aber auch etwas mulmig zumute, denn ein solcher Schritt erfordert viel Mut. Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade erst 20 Jahre jung und gerade in diesem Alter ist es alles andere als leicht, ganz alleine ins Flugzeug zu steigen, seinen gesamten Freundeskreis und die heimischen Gefilde auf unbestimmte Zeit zu verlassen und sich auf einen so langen Flug ins absolut unbekannte einzulassen.Das Programm an dem ich teilnahm, war organisiert von der Universität Minnesota in Zusammenarbeit mit der Carl-Duisberg Gesellschaft und hieß MAST (Minnesota Agricultural Student Training), extra für junge Leute aus den "grünen Berufen".


      mit Pferden in Kentucky arbeiten

      Constanze mit "Bacall" einer ihrer Lieblingsstuten


      Die Teilnehmer kamen aus der ganzen Welt und waren meist Agraringenieure, Tierärzte oder Landwirte aus eigenen Familienbetrieben, oder auch Pferdewirte, Tierwirte, Gärtner und Obstbauern.Die meisten Teilnehmer kamen aus Osteuropa, Südafrika und Südamerika. Von den 100 Studenten unseres Jahrgangs waren nur fünf Deutsche und einen davon habe ich drei Jahre später in Las Vegas geheiratet, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht.In Minneapolis angekommen (ca. 23 Uhr Ortszeit) holten mich zwei Betreuer von der Uni am Flughafen ab und brachten mich zu meiner Gastfamilie, wo ich für die nächsten drei Tage herzlich aufgenommen wurde.Am nächsten Tag trafen wir uns alle an der Uni zum 2-tägigen Einführungsseminar. Dort half man uns bei den Formalitäten für die Social Security Number, erklärte den weiteren Verlauf des Praktikums und des anschließenden Unisemesters und gab uns eine Einführung in die amerikanischen Straßenverkehrsregeln und sonstige Sitten und Bräuche.
      Ich gebe zu, dass ich zu diesem Zeitpunkt mit dem Englisch hoffnungslos überfordert war, denn meine 6 Jahre Schulenglisch brachten mir leider gar nichts.Das Englisch welches ich in Israel gelernt hatte, wies phonologisch eine riesige Diskrepanz zum amerikanischen Englisch auf. Also verhielt ich mich ganz ruhig und lächelte immer ganz freundlich, in der Hoffnung dass niemandem auffiel, dass ich den Vorträgen nicht wirklich folgen konnte. (Dies hat sich nach knapp 3 Monaten USA Aufenthalt schlagartig geändert, denn dann erscheint es einem über Nacht als sei ein Hebel umgelegt worden. Praktisch sieht das so aus, das man morgens sie Augen aufschlägt und plötzlich in englisch denkt, Träumt, und alles versteht was einem gesagt wird. Ab diesem Tag stellt sich die gesammte verbale Kommunikation als erheblich einfacher dar)Am dritten Tag des Seminars kamen viele Gastfamilien an die Uni, um ihre Praktikanten abzuholen. Andere wurden zum Flughafen gebracht und flogen alleine an ihre Praktikumsorte, welche über die ganze USA verteilt waren.Ich hatte für dieses Datum leider keinen Flug nach Kentucky ergattern können, also ging es für mich erst am nächsten Tag los.Am Flughafen von Minneapolis verschob sich mein Flug zweimal um eine Stunde, erst wegen des schlechten Wetters und dann wegen technischen Problemen des Flugzeuges.



      Gegen Mittag war es endlich soweit, ich saß im Flieger nach Cincinatti wo ich aufgrund der Verspätung meinen Anschlussflug nach Lexington verpasste.Zum Glück kann man auf dem Flughafen von Cincinatti herrlich shoppen, und so verging die Wartezeit zum nächsten Flieger recht schnell.Nun war es bereits früher Nachmittag, das Flugzeug nach Lexington war sehr klein und hatte nur 20 Sitzplätze. Der Flug sollte nur ca. 25 Minuten dauern. Als wir nun im Sinkflug durch die Wolkendecke stießen, traute ich meinen Augen kaum. Ich dachte, "jetzt bist du im Paradies angekommen".

      Mein Herz schlug ganz wild und die Tränen stiegen mir bei diesem Anblick in die Augen. Saftig hellgrüne Hügel zogen sich bis zum Horizont.Auf den Hügeln standen weiträumig lauter wie Schlösschen erscheinende Gebäude, welche von weißen Holzzäunen großzügig umsäumt waren. Unschwer zu erkennen, handelte es sich offensichtlich um Pferdekoppeln, soweit das Auge reichte. Die schlösschenähnlichen kleinen Gebäude mit ihren bunten Verzierungen und Türmchen waren Pferdeställe auf unzähligen riesigen Farmen. Im Flughafengebäude hingen überall an den Wänden große Photos, Gemälde und Zeichnungen mit Pferdemotiven.

      Nun glaubte ich tatsächlich ich sei im Himmel auf Erden gelandet. Am Baggage claim erwartete mich bereits Robert, der Besitzer der Farm, auf der ich die nächsten 11 Monate verbringen sollte. Er war sehr freundlich und begrüßte mich herzlich. Auf der Fahrt zur Farm zeigte er mir die Stadt. Dort angekommen stellte er mich den anwesenden Mitarbeitern vor, zeigte mir die Stallgebäude und führte mir seine besten Pferde im Stall persönlich vor.
      Der Wert pro Zuchtstute lag zwischen $30.000 und $1,2 Millionen . Das war mir dann doch etwas unheimlich, denn von diesen edlen Pferden standen gleich ca. 100 auf der Farm und wurden bestmöglich versorgt. Dann zeigte mir Robert meine Unterkunft.Wir Studenten (zwei tschechische Diplomagraringenieure, eine chilenische Tierärztin und ich) hatten ein eigenes Farmhaus. Wie sich herausstellte lebten wir nicht in einer Gastfamilie, sondern mussten uns selbst versorgen.



      Jeder hatte ein eigenes Zimmer und ein eigenes Telefon im Haus.
      Nur die Küche, Stube und das Badezimmer mussten wir uns teilen.Wir hatten sogar eine riesige Waschmaschine und einen Wäschetrockner. Von unserem wöchentlichen Gehaltsscheck gingen die Unigebühren (Vorauszahlung für´s Unisemester), die Stromkosten, sowie die Telefongebühren ab. Lebensmittel, Waschpulver etc, mussten wir uns selbst besorgen; also dauerte es nicht lange, bis ich mir ein kleines Auto kaufte, denn ohne Auto läuft in den USA gar nichts.
      Damit sich im eigenen Kämmerlein die Gehaltsschecks nicht stapeln sollte man sich selbstverständlich zeitig um ein eigenes amerikanisches Bankkonto bemühen. Dies bekommt man recht unkompliziert, inclusive Visa Checking Card und einem ganzen Stapel Schecks. Man braucht nur den Reisepass, die Visa Unterlagen, eine amerikanische ID (z.B. Führerschein) sowie eine Bescheinigung vom Arbeitgeber.
      Gute Erfahrungen habe ich mit der Firststar Bank gemacht, nicht nur mit dem guten Service sondern auch weil diese Bank fast überall im Land seine Filialen hat und dadurch vieles vereinfachte als ich in Minneapolis arbeitete, welches etwa 900 Meilen von Lexington entfernt liegt.

      Der Chef legte großen Wert darauf, dass jeder den US-Führerschein macht und dann sein eigenes Auto besitzt, um unabhängig von den anderen seine Freizeit gestalten zu können.Es gab einen Tag frei pro Woche und die Arbeitszeit lag zwischen 7.00 Uhr und 16.00 Uhr und im Sommer wurde dann von 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr drangehängt. Am Anfang gab es in der regulären Arbeitsstunde fünf $ die Stunde, und im Sommer für die abendliche Arbeitszeit 100 $ extra die Woche. Nebenbei arbeitete ich im Fazolie´s; einer italienischen Fastfoodkette, als Kassierein, für etwa $ 6,50/ h, plus eine kostenlose Mahlzeit pro Tag.
      Ab und an half ich auch auf der Nachbarfarm, die Pferde nach Louisville zum Flughafen zu bringen und diese dann ins Flugzeug zu verladen. Die Pferde wurden innerhalb der USA oder nach Übersee gebracht.Dafür gab es noch mal extra $ 80 Taschengeld pro Fahrt. Meine Arbeit auf der Farm bestand neben der üblichen Stallarbeit (Misten, Füttern, Putzen) darin, die Stuten und Fohlen in dem Pferdetransporter in die Tierklinik zu Routineoperationen für Beinstellungen und ähnliches zu begleiten, oder die Stuten zu den ausgewählten Deckhengsten auf andere Farmen zu bringen.Außerdem wurde ich gut in die erforderlichen Managementbereiche eingewiesen. 

      Ab Mai wurden die Jährlinge für die große Keeneland Juli oder September "Sale" vorbereitet.Sie wurden jeden Tag frisch shampooniert und geduscht und solange auf Hochglanz poliert, bis der Chef zufrieden war, der bei seiner täglichen Runde jeden Jährling persönlich mit einem weißen Handschuh auf dessen Sauberkeit überprüfte. Außerdem wurden die jungen Stuten und Hengste täglich 45 min im starken Schritt geführt um den Muskelaufbau optimal zu fördern. Dies wurde von Hand erledigt, damit die jungen Hengste und Stuten möglichst realitätsnah auf die Auktionen vorbereitet werden, denn jeder der schon einmal mit jungen Hengsten gearbeitet hat, weis wie problematisch sich die unmittelbare Nähe zu Stuten gestalten kann, wenn die Hengste dies nicht gewohnt sind.Bei den Auktionen ging es dann zur Sache. 14 Tage lang, von früh morgens bis spät abends, arbeiten. Manchmal von 5.00 Uhr bis 21.00 Uhr, manchmal von 06.00 Uhr bis 22.30 Uhr, aber dafür gab es $ 100 extra pro Tag.Dort wurden die Jährlinge den ganzen Tag den Interessenten vorgestellt und vor jedem Auftritt neu gewienert.Die Lederhalfter wurden täglich mit Seife gesäubert, eingefettet und die Metallteile mit Politur behandelt und aufpoliert. Im Vorfeld wurden die Beine von jedem Jährling geröntgt. Jedes Gelenk aus allen erdenklichen Perspektiven, extra damit sich die Interessenten auf 28 ausgestellten Röntgenaufnahmen pro Pferd von der absoluten Gesundheit überzeugen konnten.Diese Vorgehensweise verwundert in Anbetracht der bezahlten Preise, überhaupt nicht.Ich war gleich bei meiner ersten Sale für 5 von 21 Jährlingen verantwortlich. Allein diese 5 Jährlinge brachten in der Summe über 4 Mill. US-$ ein.Das sind Dimensionen, die hierzulande kaum vorstellbar sind.



      Es folgten während meines Aufenthaltes noch 4 Auktionen in ähnliche Größenordnungen.Da man sich schnell an solche Summen gewöhnt, waren diese leider weniger einprägsam für mich. Trotz allem war jede Auktion für sich ein Abenteuer, denn dort gibt es Leute, die sich nicht nur eines der edlen Rennpferde gönnen, sondern auch mal eben 4-5 Pferde, bei einem Stückpreis zwischen $ 2 Mill. und $ 9 Mill. Na ja, man möchte ja auch nicht kleinlich sein ;)In den 14 Tagen werden ca. 6000 Pferde versteigert und Leute wie Scheich Mohammed von Dubai oder ähnlich namhafte Größen laufen einem dort täglich über den Weg.
      Ziel ist es ein Pferd zu versteigern, welches nach dem zureiten möglichst viele Galopprennen gewinnt, wobei das legendäre Kentucky Derby ein absolutes Highlight darstellt. Dieses ist das größte und bekannteste Pferderennen der Welt.Wer Rang und Namen und vor allem viel Geld hat, erwirbt sich einen Platz auf der Tribüne.Dort wurde auch schon die ganze Bushfamilie, sowie diverse Hollywoodschauspielgrößen gesichtet. Im sog. Infield tummelt sich der Rest, die Ottonormalverbraucher.Dort ist es aber keinesfalls langweilig, denn hier geht es ähnlich zu wie auf der Loveparade von Berlin. Party, Musik, verrückte Kleidung usw.Zwei Mal war ich bei dem Spektakel dabei und würde es jederzeit wieder tun.Aber auch als Reiter gibt es in Lexington viel zu entdecken.

      Im Kentucky Horse Park gibt es regelmäßig große Veranstaltungen an denen u.a. auch die amerikanische Olympiamannschaft teilnimmt. Im dortigen Pferdemuseum finden regelmäßig Ausstellungen rund um´s Pferd statt und selbst reiten kann man dort auch. Der Kentucky Horse Park ist zu jeder Jahreszeit einen Ausflug wert, dort sollte man aber schon den ganzen Tag einplanen.Ich war so oft ich konnte dort und hatte viel Spaß.In Lexington selbst dreht sich auch alles ums Pferd. Wo man hinschaut Pferdestatuen und Werbeplakate mit Pferdemotiven. Kein Geschäft oder Restaurant ohne Pferdebilder an der Wand und sogar Straßennamen von berühmten Rennpferden gibt es hier.Allein in Raum Lexington gibt es mindestens 300 große Pferdefarmen, mehrere Pferderennbahnen, 2 große Pferdekliniken, unzählige Pferdetransportfirmen und einmal im Monat tagt der "Farm Managers Club". Dort sind auch Gastredner wie Monty Roberts anzutreffen. Auch die Universität von Kentucky ist stark auf das Pferd ausgerichtet, hier besuchte ich zahlreiche Abendseminare rund ums Pferd.


      Kentucky Sales Auktion


      Anfang Januar 2001 war meine Praktikumzeit auf der Farm abgelaufen. Also setzte ich mich ins Auto und trat meine 1 ½ tägige Fahrt von 900 Meilen an. Während dieser Fahrt erlebte ebenso viel eindrucksvolles wie kurioses. Allein das Tanken stellte immer wieder eine echte Herausforderung dar, denn jede Zapfsäule funktioniert anders. An der einen Zapfsäule muss man einen Hebel ziehen, oder nach rechts oder links schieben, oder nach oben und unten drücken, an der anderen muss man einen Knopf betätigen und so weiter, der Einfallsreichtum in dieser Hinsicht ist bemerkenswert. An einer Zapfsäule war sogar ein kleiner Fernseher angebracht, erst freute ich mich über diesen ungewöhnlichen Service, allerdings wurde mir bei -25 *C schnell die Bedeutung des Gerätes klar, denn das Volltanken meines kleinen Honda Civics erwies sich als 20 minütige Herausforderung.
      An der Uni angekommen stellte ich am Freitag Nachmittag nach dem Vorbereitungsseminar fest, das sich die suche nach einer Unterkunft als nicht ganz einfach erwies.

      Also tat ich mich mit zwei Deutschen zusammen, um eine geeignete Bleibe zu finden.

      Nach einigen Stunden des herumwühlens im Internet und des Herumtelefonierens wurden wir in einer WG mit zwei Ungarn fündig. Noch am selben Abend konnten wir in unsere neue Bleibe einziehen. Die Wohnung konnten wir nach 7 Wochen übernehmen. Bis dahin wohnten wir in einem der 3 Zimmer welches nur etwa 10 qm groß war und für uns drei (Sebastian, Bianka und mich) reichen musste. Dreimal in der Woche gingen wir zur Uni .
      Ich belegte die Kurse English, Farm Management und Worldtopics of Agriculture, welche ich nach meinem Unisemester alle mit einem A Grade ( Note 1) abschloss.
      Die Gasamtkosten des Semesters betrugen etwas über 3000 $, welche mir während meiner Praktikumszeit wöchentlich in kleinen Beträgen vom Lohn abgezogen wurde. Neben der Uni benötigte ich natürlich Geld für den Lebensunterhalt, also bewarben Sebastian und ich uns bei einer nahegelegenen Tierklinik als Rezeptzionisten. Dies gestaltet sich wesentlich einfacher als in Deutschland. Zweiseitigen Fragebogen ausfüllen, ein kurzes Gespräch und den Stundenlohn vereinbaren und am nächsten Tag kann es los gehen. Wir vereinbarten einen Stundenlohn von 8,50 $ pro Stunde.
      Die Arbeit war großartig. Kundenabwicklung in der Klinik und am Telefon, Rechnungen erstellen, Abkassieren, Medikamente für die Behandlung vorbereiten, OP Vorbereitung (Rasieren, Narkotisieren, Festbinden etc.) und Assistenz (ähnlich wie OP Schwestern im humanitären Bereich), Nägeltrimmen, Zähne abschleifen, Abrechnungen ....usw. Die Arbeit dort ist auf keinen Fall mit der eines deutschen Tierarzthelfers zu vergleichen, denn der Tierarzt sieht sich dort die tierischen Patienten meist nur an, bestimmt eine Behandlungsmethode und die Tierarzthelfer führen die meisten Aufgaben dann selbstständig durch.


      Arbeiten in Tierklinik

      Ein Hund wird sterilisiert


      Die Hauptaufgabe der Tierärzte lag bei den Operationen und aufwendigen Behandlungen für alles andere waren wir da. Der Job hat mir riesigen Spaß bereitet, ich denke sehr gerne daran zurück. Die Einstellung der Arbeitgeber weist in den USA eine riesige Diskrepanz zu den Deutschen auf.Nach meinem Unisemester ging ich wieder nach Kentucky zurück. Sebastian flog nach Deutschland zurück um dort eine Stelle als Agraringenieur in einem Landwirtschaftsamt anzutreten.Ich ging auf eine andere etwas kleinere Farm in Paris bei Lexington KY. Dort wurde eine Stelle als Managerassistent frei. Hier musste ich dann mein gesamtes neugelerntes Wissen über das amerikanische Horse business unter Beweis stellen. Hier hatte ich u.a. auch mehrere Privatpferde von Monty Roberts in meiner Obhut. Die Farmbesitzerin war eine ältere Frau, welche in Berlin geboren und in Frankreich und in Kanada aufgewachsen war, in jungen Jahren allerdings in die USA immigrierte.
      Nach 3 Monaten dort lief mein 18 monatiges Visum aus und ich musste schweren Herzens 14 Tage vor dem Unglück des 11. Septembers 2001 nach Deutschland zurückkehren.Zu dieser Frau habe ich bis heute noch E- Mail Kontakt.


      Im großen und ganzen bin ich sehr froh an diesem Programm teilgenommen zu haben, nicht nur weil ich dort meinen heutigen Ehemann und Vater meines Sohnes kannengelernt habe, sondern auch weil ich viele wichtige Lebenserfahrungen sammeln konnte. Die Zeit war nicht immer einfach, nicht nur im Hinblick auf die Sprache (dieses "Problem" erledigt sich nach spätestens nach 3 Monaten sowieso von selbst), sondern auch in Hinsicht auf die neu gewonnene Freiheit und Selbstständigkeit. Wenn man aus einem wohlbehüteten Elternhaus stammt und man sich plötzlich um alles (Autokauf, Versicherungen, finanzielle Dinge, Haushalt ect.) selber kümmern muss und das in einer völlig fremden Umgebung, einem anderen Kulturkreis und in einer anderen Sprache. Doch ich kann sagen das ich diesen Schritt jeder Zeit wiederholen würde, nicht nur wegen der gesammelten Lebens- und Berufserfahrungen, welche meinen Lebenslauf als äußerst interessant gestalten,, sondern auch wegen der unermesslichen Horizonterweiterung, welche ich im Rückblick feststellen kann.Ich würde jedem empfehlen eine solche Herausforderung in Angriff zu nehmen, auch denen (besonders denen), welche kein Abitur besitzen, denn solche Erfahrungen und Erlebnisse kann einem keiner nehmen, auch nicht diejenigen, die wichtiger tun als sie es in Wirklichkeit sind. Frei nach dem Motto - machs besser!

      Bildergalerie

      Hier werden Pferde für den Lufttransport verladen

      Bilder vom Kentucky Derby 2001

      Informationen für ein Praktikum in Kentucky