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Zimbabwe

     


    Bildquelle:zimbabwe-fr.asp

    Bericht von Sebastian Mittelbach 2006 Copyright

    Zimbabwe ist Hoffnungsträger des südlichen Afrikas.

    So hieß es bis Ende der 90er Jahre zuversichtlich in den Medien. Obwohl man der Berichterstattung über Afrika den Medien sehr kritisch gegenüber stehen sollte, ist Zimbabwe ein Beispiel dafür, wie politische Interessen, Machtgehabe und Korruption ein Land wirtschaftlich zugrunde richten können.

    Zimbabwe liegt im südlichen Afrika und besitzt eine Flächengröße etwas größer die der Bundesrepublik Deutschland. Zimbabwe ist ein Binnenland umgeben von den Nachbarländern Botswana, Zambia, Mozambique und Südafrika. Die Einwohnerzahl liegt bei 12. Mill. (zum Vergleich BRD: ca. 82,5 Mill.)

    Zimbabwe ist ein Hochland, es teilt sich auf in das zentrale Mittel- und Highveld (800m bis über 1200 m), bis in das Lowveld (unter 800 m).  Zimbabwe weist wegen seiner Höhe und der Nähe zu den Tropen ein ziemlich mildes Klima auf. Die Durchschnittstemperaturen betragen im Juli (südafrikanischer Winter) 15-20°C und im Januar (südafrikanischer Sommer) 25-30°C. Die jährliche Durchschnittsmenge an Niederschlägen liegt im Hochveld bei ca. 900 mm und im Middleveld bei überwiegend bis zu 600 mm. Der meiste Regen fällt im Sommer zwischen Oktober und März.

    Robert Mugabe nennt sich gerne den Präsidenten des Landes. Europäer verbinden mit dem Begriff demokratische Strukturen, an denen es in Zimbabwe fehlt. Opposition wird unterdrückt und verfolgt, Wahlen manipuliert.

    Anfang 2000 forcierte Mugabe aus politischen Gründen die sog. Landreformen, bei denen Land aus Großgrundbesitz der weißen kommerziellen Farmer an die mehrheitliche schwarze Bevölkerung verteilt werden sollte, ein Grundversprechen Mugabes nach der Unabhängigkeit Zimbabwes 1980. Mittlerweile sind nur noch 10-15% der ehemaligen weißen Großfarmer im Land; Zwangsbesetzungen, Zwangsenteignungen, Mord- und Totschlag umherziehender Banden haben die Farmer in Nachbarländer oder nach England vertrieben. Die schwarze Bevölkerungsmehrheit bekam deren Land zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Farmen auf besten landwirtschaftlichen Böden wurden von Angehörigen des Militärs, Parteikadern und Angehörigen der Regierung vereinnahmt.

    Ohne landwirtschaftliche Erfahrung über den Subsistenzanbau hinaus, scheiterten jedoch viele Landwirte, nicht zuletzt auch an mangelndem Zugang zu Krediten für Saatgut, Dünger etc., um die großen Flächen zu bestellen. Das bisherige Agrarexportland Zimbabwe (vor allem Tabak/ Mais) entwickelte sich schnell zu einem Importland für lebenswichtige Agrargüter. Das Hauptnahrungsmittel Mais musste zur Deckung des Eigenbedarfes importiert werden. Mitte der 90er Jahre produzierte Zimbabwe 60% des Eigenbedarfes an Grundnahrungsmitteln, bis 2003 sank die Quote auf 20%.

    Heute steht Zimbabwe vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Betrug die Inflation im Jahr 1998 noch über 30%, so waren es Ende 2003 619%. Die Entwicklungshilfe für das Land wurde nach den unregelmäßigen Präsidentenwahlen 2002 international eingestellt, Deutschland hat sich z.B. mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der GTZ und dem DED aus dem Land zurückgezogen, es wird nur noch in kleinerem Umfang in der Nahrungsmittelhilfe und der unmittelbaren Armutsbekämpfung Unterstützung geleistet. Die Nettozahlungen z.B. von Deutschland betrugen bis Ende 2000 670 Mio. Euro. Entwicklungshilfe ist aber nicht immer uneigennützig, Entwicklungshilfeorganisationen sind auch Arbeitgeber im "Geber- und Nehmerland" und vertreten wirtschaftliche Interessen eines Landes im Zielland selbst, daher darf man "geleistete Entwicklungshilfezahlungen" nicht nur als reine geleistete Geldzahlungen einer Seite betrachten.

    Die durchschnittliche Lebenserwartung sank bis im Jahr 2005 auf 37,2 Jahre, ein Grund dafür ist der Zusammenbruch des bis dahin sehr gut funktionierenden Gesundheitssystems (kostenlose ärztliche Hilfe für Landbevölkerung, gute Infrastruktur der Krankenhäuser, auch in abgelegenen Gebieten) und die rasante Entwicklung der Infektionen mit Aids. Erschreckenden Zahlen zufolge sollen 30% der erwachsenen Bevölkerung mit Aids infiziert sein.  

    Während meines Studiums der internationalen Agrarwirtschaft, reiste ich für 3 Monate im Jahr 1996 nach Zimbabwe und arbeitete dort auf der Kooperative Mwala in der Provinz Mashonaland West im nordöstlichen Zimbabwe unweit der Stadt Karoi.

    In den 3 Monaten erwarb ich wichtige Kenntnisse im Tabakanbau, der wichtigsten Marktfrucht der Kooperative. Ich half bei der Ernte und fachgerechten Trocknung und Lagerung der Tabakblätter, durfte an Tabakauktionen in Harare teilnehmen und den Mitgliedern Unterstützung in Grundlagen der Betriebswirtschaft geben. Ein zweiter Betriebszweig der Kooperative stellte die Rinderproduktion dar, die jedoch aufgrund erheblicher Vernachlässigung in der Tiergesundheit und Nichtbeachtung züchterischer Grundlagen kaum mehr Wert hatte und wenig Beachtung durch die Kooperative fand. Vom DED hatte die Kooperative eine 60-köpfige Mutterkuhherde finanziert bekommen, um wirtschaftliche Erfolge im Verkauf von Fleisch und Nachzucht zu erzielen.

    Vermittelt wurde ich damals von einer deutschen Entwicklungshelferin, die als ausgebildete Betriebswirtin für den DED für die Koordination und Übermittlung von Entwicklungsgeldern an die landwirtschaftlichen Kooperativen in der Provinz Mashonaland West in Zimbabwe verantwortlich war.

    Hier eine Auswahl von Bildern entstanden 1996 während meines Aufenthaltes in Zimbabwe und Südafrika. Die Bilder können nach Anklicken vergrößert betrachtet werden.


     


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    Hier werden die Rinder zum Schutz vor Parasiten (Zecken) gedippt. Dazu müssen die Tiere durch ein mit einem Insektizid behandeltes Wasserbecken schwimmen. Zecken übertragen die in Afrika häufige Krankheit "Heartwater disease", meist tödlich verlaufende Ansammlung von Flüssigkeit in der Leibeshöhle, verursacht durch ein Bakterium.Wir suchen ein Wildschwein, um endlich mal wieder Fleisch zu essen, doch nach stundenlangem Umherlaufen im Busch treten wir erschöpft den Heimweg an.Diese Rinder trinken auf einer Farm in SüdafrikaAbendliche Stimmung in Zimbabwe

    Ein aus einem benachbarten Reservat ausgebüchstes Flußpferd fand hier sein Ende.

    Flußpferde gelten dem Menschen gegenüber als aggressiv und sind für diesen gefährlich.

    Zumindest war das Tier für wenige Tage eine Attraktion der Region, bis es von Einheimischen aus Sicherheitsgründen getötet wurde.

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    Provinz Mashonaland ZimbabweDer frisch geerntete Tabak wird zum Trocknen vorbereitet. Die Qualität des Tabak hängt u.a. stark von der Behandlung nach der Ernte ab.Afrikaner lieben es fotografiert zu werden. Später erfuhr ich, daß über die Hälfte der coop-Mitglieder mit Aids infiziert waren, die abgebildeten Personen leben wahrscheinlich nicht mehr. Stolz zeigt man mir den einzigen Trecker der Kooperative. Über einen Behelfsflaschenzug am Baum wurde das Getriebe überholt.
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    Mein Zimmernachbar bereitet sein Mittagessen vor.Die coop lag im Malariahauptgebiet von Zimbabwe. Nur die wöchentliche Einnahme eines Medikamentes mit mäßigem Risiko von Leberschäden konnte mich vor der gefährlichen "malaria tropica" schützen. Die hyghienischen Bedingungen waren für mich als Europäer katastrophal, keine Dusche, kein fließend Wasser. Die letzten Wochen litt ich an Hautinfektionen wegen ständiger Feuchtigkeit durch eine sehr ergiebige Regenzeit im Jahr 1996. Afrikaner gehen viel zu Fuß. Nicht zuletzt wegen mangelnden Transportmöglichkeiten in ländlichen Gebieten.Schon Schulkinder müssen oft mehrere Kilometer zur Schule zurücklegen. Zur nächsten Bar waren es 8km, oft sind wir spätabends im Dunkeln diese Straße zurückgelaufen.
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    TabakernteDie getrockneten Tabakblätter werden zum Abtransport in die Auktionshallen in das etwa 200km entfernte Harare vorbereitet. Zimbabwe wird auch das Land der 1000 Hügel genanntAuch Familienangehörige der Coop müssen mithelfen

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    Rind beim Trinken (Südafrika)